Die Heilige Taufe in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Wenn Sie die Taufe Ihres Kindes planen…

Mütter und Väter, die die Taufe ihres Kindes planen, bringen viele Fragen rund um den Taufgottesdienst mit. Wir versuchen, Ihnen hier die wichtigsten Informationen zu geben. Sollte eine Ihrer Fragen hier nicht beantwortet sein, dann besprechen Sie dies mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin. 

  • add An wen wenden wir uns? Kontaktaufnahme, Zeit und Ort der Taufe

    An wen wenden wir uns?

    Wenn Sie eine Taufe planen, nehmen Sie am besten frühzeitig Kontakt mit Ihrer Kirchengemeinde auf. Sie melden den Wunsch einer Taufe im Pfarramt Ihrer Kirchengemeinde an. Sie verabreden die Termine sowohl für das Taufgespräch als auch für den Taufgottesdienst. Wenn Ihr Kind bei der Taufe das Kindergartenalter erreicht hat oder älter ist, soll es beim Taufgespräch dabei sein.

    Getauft wird in der Regel im Gottesdienst am Sonntagvormittag. Beliebte Tauftermine sind z.B. das Epiphaniasfest am 6. Januar, der Sonntag nach dem Epiphaniasfest, die Osternacht, der Ostersonntag, der Sonntag nach Ostern, der sechste Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest, der Reformationssonntag, die Church Night oder der Gottesdienst am Altjahrsabend (31. Dezember). Auch eine Taufe im Rahmen eines Familien-, Kinder- oder Kleinkindgottesdienstes ist möglich.

    Welches Pfarramt ist für uns zuständig?

    Zuständig für die Taufe ist das Pfarramt, in dessen Gebiet der Täufling wohnt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Pfarramt für Sie zuständig ist, können Sie hier nachsehen: https://www.elk-wue.de/service/gemeindefinder/

    Wann nehmen wir Kontakt auf für die Terminabsprache?

    Sie sollten sich frühzeitig mit Ihrem Pfarramt in Verbindung setzen. In manchen Kirchengemeinden gibt es bestimmte Taufsonntage.

    Kann die Taufe in unserer Wunschkirche stattfinden?

    In der Regel steht die Kirche Ihrer Kirchengemeinde zur Verfügung.

    Wenn die Taufe in einer anderen Kirche als in Ihrer Gemeindekirche gefeiert werden soll, klären Sie auch hier frühzeitig mit dem zuständigen Pfarramt der anderen Kirche ab, ob dies möglich ist. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Pfarramts der Kirchengemeinde, in deren Gebiet Sie wohnen. Wird die Taufe dann von einem Pfarrer bzw. von einer Pfarrerin einer anderen Kirchengemeinde vorgenommen, braucht er oder sie eine Bescheinigung (ein sogenanntes "Dimissoriale") von Ihrem zuständigen Pfarramt darüber, dass er oder sie diese Taufe durchführen darf.

    Ist es auch möglich, unser Kind in einem besonderen Taufgottesdienst taufen zu lassen?

    Ja, das ist grundsätzlich möglich, kann aber nicht in jedem Fall garantiert werden. Auf alle Fälle ist zu jedem Taufgottesdienst die ganze Gemeinde eingeladen.

    Können wir die Taufe auch im Freien feiern?

    In Württemberg können sich ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene in freien Gewässern durch Untertauchen taufen lassen. In anderen Fällen ist es möglich, einen Taufgottesdienst beispielsweise auf einer Wiese oder auf einem Berg zu feiern und unter freiem Himmel zu taufen.

  • add Können wir uns die Pfarrerin oder den Pfarrer aussuchen?

    Zunächst ist das Pfarramt, in dessen Gebiet der Täufling wohnt, zuständig. Wenn Sie eine Taufe durch eine andere Pfarrerin oder einen anderen Pfarrer wünschen, so ist dies mit Ihrer eigentlich zuständigen Pfarrerin oder Ihrem eigentlich zuständigen Pfarrer im Vorfeld abzusprechen. Von ihr oder ihm erhält die von Ihnen gewünschte Pfarrperson eine Bescheinigung (ein sogenanntes „Dimissoriale“) darüber, dass sie die Taufe durchführen darf. In Württemberg können – in Vertretung für Pfarrerinnen und Pfarrer – auch eigens dafür ausgebildete Prädikantinnen und Prädikanten die Taufe übernehmen. 

  • add Können wir unser Kind zur Taufe anmelden, wenn nur eine oder einer von uns Eltern evangelisch ist?

    In manchen Fällen ist Vater oder Mutter nicht Mitglied einer christlichen Kirche und will es auch jetzt nicht werden. Doch auch dann kann Ihr Kind getauft werden. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin. Wichtig ist, dass der nichtevangelische Elternteil die evangelische Erziehung seines Kindes unterstützt.

  • add Was gilt bei der Taufe eines Kindes, wenn kein Elternteil evangelisch ist?

    Die Taufe eines Kindes, dessen Eltern nicht der evangelischen Kirche angehören, darf nur vollzogen werden, wenn die Eltern damit einverstanden sind und Patinnen und Paten oder andere Gemeindeglieder bereit und in der Lage sind, die Verantwortung für die evangelische Erziehung des Kindes zu übernehmen. Andernfalls muss die Taufe abgelehnt werden. Sie ist zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

  • add Müssen wir als Eltern des Täuflings verheiratet sein?

    Nein, das ist keine Voraussetzung für die Taufe Ihres Kindes. Im Mittelpunkt des Taufgottesdiensts stehen das Ja Gottes zum Täufling und der göttliche Segen. Ob Sie Ihr Kind als alleinerziehendes Elternteil oder als unverheiratete Eltern zur Taufe bringen, spielt dabei keine Rolle. Es besteht jedoch die Möglichkeit, kirchliche Trauung und Taufe in demselben Gottesdienst zu feiern.

  • add Was ist zu beachten, wenn die Eltern des Täuflings geschieden sind?

    Dies ist kein Hinderungsgrund für die Taufe. Wichtig ist, dass alle sorgeberechtigten Elternteile damit einverstanden sind.

    Sprechen Sie darüber mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin. 

  • add Wie alt sollte das Kind bei der Taufe sein?

    Viele werden im Laufe des ersten Lebensjahrs getauft. Das Alter spielt jedoch keine Rolle. Eine Taufe ist auch im jugendlichen oder erwachsenen Alter möglich.

  • add Kindertaufe – ja oder nein?

    Ein Mensch kann zu jedem Zeitpunkt seines Lebens getauft werden. Wenn sich Eltern für die Taufe ihres kleinen Kindes entscheiden, macht dies besonders stark deutlich: Gott liebt den Menschen von allem Anfang an, sei er auch noch so klein und hilflos. Der Mensch muss und kann dazu wirklich gar nichts selbst beisteuern. In der Kindertaufe begrüßen wir dankbar das neue Leben!

    Manche werden fragen, ob denn nicht der Glaube an Gott eine Voraussetzung dafür ist, getauft zu werden. Und ob man dann nicht lieber die Kinder ungetauft heranwachsen lässt, damit sie erst in den Glauben hineinwachsen und dann getauft werden. Damit sie selber entscheiden, ob sie getauft werden möchten. Hierauf haben wir in unserer evangelischen Tradition eine klare Antwort: Der Glaube ist keine Bedingung für die Taufe. Der Glaube ist vielmehr ein Geschenk Gottes, über das wir Menschen nicht verfügen. Jede Taufe – unabhängig vom Alter der Täuflinge – geschieht in dem Vertrauen darauf, dass Gott dem Täufling Glauben schenkt, ja dass der Getaufte in den Glauben hineinwächst.

    Der Taufgottesdienst wird dem jeweiligen Alter der Täuflinge entsprechend gestaltet. Auch Taufen von Kindern im Kindergarten- oder Grundschulalter sind inzwischen nicht mehr selten. Manche Kinder werden im KU 3-Alter auf eigenen Wunsch getauft.