Die Taufe kann im Anfangsteil eines Gottesdienstes („vor der Predigt“) oder aber gegen Ende des Gottesdienstes („nach der Predigt“) stattfinden. Bei einem selbstständigen Taufgottesdienst steht sie in der Mitte. Die Taufliturgie, also der gottesdienstliche Ablauf der Taufe, ist in allen Fällen dieselbe und enthält die hier genannten Elemente, durch die Sie die Pfarrerin oder der Pfarrer sicher hindurchführt:

  • add Lesen des Taufevangeliums

    Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,18-20)

  • add Weitere Lesung aus der Bibel („Kinderevangelium“)

    Jesus wendet sich den Kindern zu: 

    Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.  Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie. (Markus 10,13-16)

  • add Gemeinsames Glaubensbekenntnis der Gemeinde

    Ich glaube an Gott, den Vater,
    den Allmächtigen,
    den Schöpfer des Himmels und der Erde.

    Und an Jesus Christus,
    seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
    empfangen durch den Heiligen Geist,
    geboren von der Jungfrau Maria,
    gelitten unter Pontius Pilatus,
    gekreuzigt, gestorben und begraben,
    hinabgestiegen in das Reich des Todes,
    am dritten Tage auferstanden von den Toten,
    aufgefahren in den Himmel;
    er sitzt zur Rechten Gottes,
    des allmächtigen Vaters;
    von dort wird er kommen,
    zu richten die Lebenden und die Toten.

    Ich glaube an den Heiligen Geist,
    die heilige christliche Kirche,
    Gemeinschaft der Heiligen,
    Vergebung der Sünden,
    Auferstehung der Toten
    und das ewige Leben.

    Amen.

  • add Tauffragen

    Eltern, Patin und Pate bekennen sich stellvertretend für das Kind zu ihrem Glauben an Gott. Sie versprechen mitzuhelfen, dass das Kind im christlichen Glauben erzogen wird.

    Die Pfarrerin oder der Pfarrer fragt Eltern und Paten/innen:

    Wollt ihr, dass euer Kind auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes getauft wird? So antwortet: Ja, ich will.

    Eltern und Paten/innen antworten: Ja, ich will.

    Seid ihr bereit, das Eure dazu beizutragen, dass euer Kind im christlichen Glauben erzogen wird? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.

    Eltern und Paten/innen antworten: Ja, mit Gottes Hilfe.

    Gott schenke euch zum Wollen das Gelingen.

  • add Taufhandlung

    Das Taufwasser wird eingegossen. Wasser ist ein Zeichen für Umkehr, Neubeginn und neues Leben. 

    Die Pfarrerin oder der Pfarrer schöpft mit der Hand dreimal Wasser aus dem Taufbecken, gießt es über den Kopf des Täuflings und spricht dabei:

    [Vorname], ich taufe dich auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

  • add Segenswort mit Handauflegung

    In der Taufe wird Ihr Kind gesegnet. Gottes Segen hält uns Menschen in den Tiefen und Höhen unseres Lebens.

    Die Pfarrerin oder der Pfarrer legt dem/der Getauften die rechte Hand auf und spricht dazu ein Segenswort. Auch der individuelle Taufspruch kann hier zu Gehör kommen. Zum Abschluss kann der Pfarrer oder die Pfarrerin dem/der Getauften mit dem Finger ein Kreuz auf die Stirn zeichnen.  Dieses Kreuzzeichen auf der Stirn bedeutet: Du gehörst zu Jesus Christus.

    Wenn Sie das wünschen, können im Taufgottesdienst nach der Taufe am Altar auch Ihre ganze Familie, Sie als Eltern, die Mutter des Getauften oder Paten und Patinnen gesegnet werden. Sprechen Sie darüber im Taufgespräch!

  • add Übergabe einer Taufkerze

    Jetzt kann eine Taufkerze als Erinnerungszeichen entzündet werden. Jesus hat über sich gesagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Johannes 8,12)

    Es ist mittlerweile eine gute Tradition, bei der Taufe eine Taufkerze zu überreichen. Die Taufkerze erhellt den Weg des Getauften mit Gott. Sie können sich gern eine Taufkerze besorgen, die während des Taufgottesdienstes erstmalig an der Altarkerze oder an der Osterkerze entzündet wird. Auf der Taufkerze können z.B. der Vorname des Täuflings und die Bibelstelle des Taufspruchs stehen. Darüber können Sie im Taufgespräch sprechen.

    Wenn der Täufling ältere Geschwister hat, so können diese ihre Taufkerze in den Taufgottesdienst mitbringen und den gesamten Gottesdienst über brennen lassen. Dies erinnert die Kinder an ihre eigene Taufe, die sie vielleicht noch nicht bewusst miterlebt haben.

    Schön ist es, wenn Sie jedes Jahr am Tauftag die Taufkerze anzünden und Ihrem Kind von seiner Taufe erzählen.

  • add Gebet

    Zum Abschluss der Taufe wird Gott im Gebet für das Geschenk der Taufe gedankt. Das Gebet enthält auch Bitten für den/die Getaufte/n. Hieran können sich Eltern und Paten/innen beteiligen.

  • add Tauflieder

    Die Taufhandlung wird in der Regel von Taufliedern gerahmt.

    Vorschläge für Tauflieder vor der Taufe:

    • Bewahre uns Gott (Evang. Gesangbuch Nr. 171)

    • Meinem Gott gehört die Welt (Evang. Gesangbuch Nr. 408)

    • Weißt du, wieviel Sternlein stehen (Evang. Gesangbuch Nr. 511)

    • Segne dieses Kind (Evang. Gesangbuch Nr. 581)

    • Kind, du bist uns anvertraut (Evang. Gesangbuch Nr. 582)

    Vorschläge für Tauflieder nach der Taufe:

    • Ich bin getauft auf deinen Namen (Evang. Gesangbuch Nr. 200)

    • Lobe den Herren (Evang. Gesangbuch Nr. 316)

    • Nun danket alle Gott (Evang. Gesangbuch Nr. 321)

    • Von guten Mächten treu und still umgeben (Evang. Gesangbuch Nr. 65/541)

    • Wir haben Gottes Spuren festgestellt (Evang. Gesangbuch Nr. 656)

  • add Musikalische Gestaltung des Taufgottesdienstes

    Die Lieder werden durch den/die Organisten/in der Kirchengemeinde an der Orgel begleitet. Wenn Sie darüber hinaus einen musikalischen Beitrag wünschen, sprechen Sie dies im Taufgespräch an. Vielleicht gibt es in Ihrer Familie Musiker*innen, die gern etwas spielen möchten.

  • add Taufkleidung

    Der Täufling ist in der Regel festlich gekleidet, muss aber kein sogenanntes Taufkleid tragen. Wenn jedoch in Ihrer Familie ein solches Taufkleid vorhanden ist, ist es eine schöne Tradition, es auch zu verwenden. Möglicherweise wird dann der Sohn im selben Taufkleid getauft wie seine Mutter.

  • add Dürfen wir oder unsere Gäste den Taufgottesdienst mitgestalten?

    Eltern, Patinnen, Paten, Freundinnen und Freunde können im Gottesdienst mitwirken. Sie können den Getauften und seinen weiteren Lebensweg Gott im Gebet anvertrauen, Lesungen übernehmen oder musizieren. Sprechen Sie alles mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin ab.

  • add Können wir die Taufe unseres Kindes bzw. unserer Kinder mit unserer kirchlichen Trauung verbinden?

    Selbstverständlich. Alles Weitere dazu besprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer im Traugespräch.

  • add Dürfen wir während des Gottesdienstes filmen und fotografieren?

    Wir verstehen Ihr Bedürfnis danach, sich auch später mithilfe der Bilder oder Filme gut an die Taufe erinnern zu können. Diese Frage wird in jeder Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Auf jeden Fall sollten Sie vor dem Taufgottesdienst mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer darüber reden, wann das Fotografieren und Filmen möglich ist. Im Mittelpunkt soll stets der Gottesdienst stehen. Wo es erlaubt ist, sollte möglichst eine einzige Person das Filmen oder Fotografieren im Auftrag aller übernehmen, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Wenn das Fotografieren während des Gottesdienstes nicht erlaubt ist, besteht meist die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst Bilder zu machen. Oft ist man dann auch entspannter. Die meisten Pfarrerinnen und Pfarrer sind gern bereit, sich nach dem Gottesdienst noch einmal vor dem Altar (oder anderswo) mit dem Getauften und der Tauffamilie ablichten zu lassen. Meist werden diese Bilder sogar besser als die während des Gottesdienstes geschossenen: Ihre Aufregung ist weg. Fotos können bei freier Sicht gemacht werden. Nach dem Gottesdienst kann selbstverständlich auch in der Kirche fotografiert werden.

  • add Kosten?

    Wenn Sie die Taufe in der Kirchengemeinde feiern, zu der der Täufling gehört, bezahlen Sie für den Taufgottesdienst nichts. Aber „Extras“ wie besondere Musikwünsche oder Blumenschmuck sind in der Regel von Ihnen zu finanzieren. Sprechen Sie diese Dinge im Taufgespräch an!