Die kirchliche Trauung in der evangelischen Landeskirche in Württemberg

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Paare, die sich kirchlich trauen lassen wollen, bringen viele Fragen rund um den Traugottesdienst mit. Wir versuchen, Ihnen hier die wichtigsten Informationen zu geben. Sollte eine Ihrer Fragen hier nicht beantwortet sein, dann besprechen Sie dies mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin. Viele Dinge werden ohnehin vor Ort im Gespräch geklärt.

  • add Kontaktaufnahme, Zeit und Ort Ihrer kirchlichen Trauung

    An wen wenden wir uns?

    Wenn Sie sich für die kirchliche Trauung interessieren oder Fragen dazu haben, nehmen Sie am besten frühzeitig Kontakt mit Ihrer Kirchengemeinde auf. Sie melden den Wunsch einer Trauung im Pfarramt Ihrer Kirchengemeinde an. Sie können sich auch direkt mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin in Verbindung setzen, um Ihre kirchliche Trauung anzumelden und einen Termin für ein Traugespräch zu verabreden.

    Welches Pfarramt ist für uns zuständig?

    Zuständig für Ihre Trauung ist das Pfarramt, in dessen Gebiet Sie (Braut oder Bräutigam) oder Ihre Eltern wohnen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welches Pfarramt für Sie zuständig ist, können Sie hier nachsehen: https://www.elk-wue.de/service/gemeindefinder/

    Wann nehmen wir Kontakt auf für die Terminabsprache?

    Sie sollten sich so frühzeitig wie möglich mit Ihrem Pfarramt in Verbindung setzen, damit sichergestellt ist, dass die Kirche am gewünschten Termin zur Verfügung steht und auch die Pfarrerin, der Pfarrer Zeit hat, von der/dem Sie getraut werden möchten. Das darf gerne ein Jahr im Voraus sein.

    Können wir Tag und Uhrzeit der kirchlichen Trauung selber bestimmen?

    Trauungen können grundsätzlich an jedem Wochentag stattfinden. Man kann auch im Rahmen des Hauptgottesdienstes am Sonntagvormittag heiraten. In der Regel ist es jedoch der Samstag. In den Kirchengemeinden gibt es dazu unterschiedliche Regelungen. Teilweise sind bestimmte Zeiten für Trauungen festgelegt. In anderen Fällen können Sie die Termine frei abstimmen. In der Woche vor Ostern (Karwoche) und an einigen Festtagen sind keine Trauungen möglich.

    Dürfen wir in unserer Wunschkirche feiern?

    In der Regel steht die Kirche Ihrer Kirchengemeinde zur Verfügung.

    Wenn Sie in einer anderen Kirche als in Ihrer Gemeindekirche oder der Kirche am Wohnort Ihrer Eltern getraut werden möchten, klären Sie auch hier frühzeitig mit dem zuständigen Pfarramt ab, ob dies zum gewünschten Termin möglich ist. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der örtlichen Kirchengemeinde. Besprechen Sie auch, ob Ihr zuständiger Pfarrer oder Ihre zuständige Pfarrerin Sie dorthin begleitet, ob die Trauung vom dort zuständigen Pfarrer bzw. von der dort zuständigen Pfarrerin vorgenommen wird oder von einer anderen Pfarrerin, einem anderen Pfarrer. In den letzten beiden Fällen erhält er oder sie eine Bescheinigung (ein sogenanntes "Dimissoriale") von Ihrem zuständigen Pfarramt darüber, dass er oder sie Ihre Trauung durchführen darf. Eventuell können bei einer Trauung in einer anderen Gemeinde Kosten auf Sie zukommen (z.B. Gebühr für Kirchenraum, Mesnerdienst und Kirchenmusik).

    Können wir uns auch im Freien trauen lassen?

    Grundsätzlich ist die Kirche der Ort für einen Gottesdienst, also auch für die kirchliche Trauung. In begründeten Fällen sind jedoch Ausnahmen möglich. Sprechen Sie Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer darauf an. Dazu bedarf es einer Genehmigung des Dekanatamts.

    Können wir uns kirchlich trauen lassen, ohne zuvor standesamtlich getraut zu sein?

    Nein, dem Gottesdienst in der Kirche geht die Trauung auf dem Standesamt voraus.

    Was gilt, wenn keiner von uns beiden evangelisch ist?

    Wenn Sie beide nicht in der evangelischen Kirche Mitglied sind, können Sie sich nicht evangelisch-kirchlich trauen lassen. Vielleicht ist Ihr Wunsch nach einer kirchlichen Trauung der Grund, über den Eintritt oder Wiedereintritt in die evangelische Kirche nachzudenken. Besprechen Sie sich dazu mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin.

  • add Welcher Pfarrer, welche Pfarrerin traut uns?

    Können wir uns die Pfarrerin oder den Pfarrer aussuchen?

    Zunächst ist das Pfarramt, in dessen Gebiet Sie oder Ihre Eltern wohnen, für Sie zuständig. Wenn Sie eine Trauung durch eine andere Pfarrerin oder einen anderen Pfarrer wünschen, so ist dies mit Ihrer eigentlich zuständigen Pfarrerin oder Ihrem eigentlich zuständigen Pfarrer im Vorfeld abzusprechen. Von ihr oder ihm erhält die von Ihnen gewünschte Pfarrperson eine Bescheinigung (ein sogenanntes „Dimissoriale“) darüber, dass er oder sie Ihre Trauung durchführen darf.

  • add Wenn ein Ehepartner nicht evangelisch oder geschieden ist...?

    Was gilt, wenn nur eine oder einer von uns beiden evangelisch ist?

    Was gilt, wenn einer von uns beiden oder wir beide vor dieser Ehe bereits geschieden waren?

    Hier finden Sie dazu Informationen.

  • add Vorbereitung Ihrer kirchlichen Trauung

    Was geschieht im Traugespräch?

    Einige Wochen vor Ihrer Trauung findet ein Traugespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin, der oder die sie trauen wird, statt. Dies findet entweder bei Ihnen zu Hause oder im Pfarramt statt. Für das Gespräch gibt es kein festes Schema. Es geht vor allem darum, sich kennen zu lernen. In diesem Gespräch werden Ablauf und Sinn des Traugottesdienstes genau besprochen (Abfolge und Bedeutung der einzelnen Teile des Gottesdienstes, Ringwechsel, Liedauswahl, Musik, Mitwirkung von Angehörigen oder Freunden des Brautpaars und vieles andere mehr) und es kommt zur Sprache, was Sie als Brautpaar bewegt. Hierbei geht es auch um Sie als Paar: wie Sie sich kennen gelernt haben, was Ihnen aneinander wichtig ist und was Sie von Ihrer Beziehung erwarten. So kann die Traupredigt später im Gottesdienst sehr persönlich sein und der Trauspruch mit einer ganz eigenen Botschaft für Sie ausgelegt werden. Selbstverständlich können Sie auch Ihre eigenen Vorstellungen zum Verlauf der Trauung einbringen. Zudem wählen Sie allein oder mit Hilfe der Pfarrerin einen Trauspruch aus der Bibel aus und Sie sprechen darüber, in welcher Form Sie sich das Trauversprechen geben wollen. Nennen Sie eigene Wünsche und Erwartungen an die Gestaltung des Gottesdienstes. Sicher haben Sie ein Lieblingslied oder Sie finden im Gesangbuch einen Liedtext, der Ihnen besonders passend erscheint. Bringen Sie solche Wünsche und Vorschläge ins Traugespräch mit ein. Hier finden Sie geeignete Lieder, auch neue Texte auf altbekannte Melodien: https://www.hochzeit-trauung.de/neue-texte-hochzeitslieder.htm

    Darüber hinaus bietet das Traugespräch auch eine gute Gelegenheit, Fragen des Glaubens, der Ehe und der Lebensplanung zu formulieren. Oft wird im Umfeld der Hochzeit über Lebensziele und die Bedeutung des christlichen Glaubens neu nachgedacht. Und nicht selten finden Hochzeiten im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes statt. Für all diese Themen ist beim Traugespräch Zeit und Gelegenheit. Auch können Sie etwas über die Angebote Ihrer Kirchengemeinde für junge Familien und Kinder erfahren oder über die Möglichkeit, die Trauung mit der Taufe eines Kindes zu verbinden.

    Was müssen wir zum Traugespräch mitbringen?

    Im Traugespräch wird ein kirchliches Trauanmeldeformular ausgefüllt. Dabei wird auch nach Ihren Tauf- und Konfirmationsdaten gefragt. Diese finden Sie im Stammbuch Ihrer Eltern. Wenn Sie standesamtlich bereits verheiratet sind, bringen Sie auch Ihre Heiratsurkunde mit. Diese benötigt der Pfarrer oder die Pfarrerin spätestens kurz vor dem Traugottesdienst.

  • add Gestaltung Ihres Traugottesdienstes

    Was rund um Ihre Trauung passiert, soll zu Ihnen als Brautpaar passen. Finden Sie heraus, wie Sie Ihre Trauung gestalten wollen. Eine Trauung muss nicht aufwändig sein. Sie darf ganz schlicht ausfallen! Nicht alles muss in jeder Trauung vorkommen.

    Was ist ein Trauspruch?

    Ein Trauspruch ist ein Bibelvers, den Sie sich meist selber auswählen. Unter www.trauspruch.de sind viele Trausprüche zusammengestellt. Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer berät sie gern bei der Auswahl. Sie oder er wird den Trauspruch der Traupredigt zugrunde legen.

    Der Trauspruch soll Sie auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg durch die Ehe wie ein Lebensmotto begleiten. Es ist gut, einen neuen und wichtigen Lebensabschnitt mit einem Bibelwort zu beginnen. In Zeiten der Freude und des Glücks will der Trauspruch zum Dank an Gott anregen. In Zeiten der Krise oder Not kann der Trauspruch als Gottes Zuspruch trösten, stärken und ermutigen.

    Wir würden gern unsere Trauung mit der Taufe unseres Kindes bzw. unserer Kinder verbinden...

    Selbstverständlich geht das. Alles Weitere dazu besprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer im Traugespräch.

    Können wir oder unsere Gäste den Traugottesdienst mitgestalten?

    Brautpaar, Verwandte, Trauzeugen, Freundinnen und Freunde können im Gottesdienst mitwirken. Freunde oder Verwandte können gute Wünsche für das Brautpaar im Gebet sprechen, Lesungen übernehmen oder musizieren. Sprechen Sie alles mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin ab, damit dies im Einklang mit dem Ablauf und der Atmosphäre des Gottesdienstes steht. Falls es Überraschungen geben soll: Bitten Sie Ihre Freunde, Freundinnen oder Familienangehörige, sich vorher beim Pfarrer oder der Pfarrerin zu melden.

    Brauchen wir Trauzeuginnen bzw. -zeugen?

    Nein. Bei einer evangelischen Trauung haben Trauzeugen keine bestimmte Funktion.

    Wer macht die Liedblätter für den Gottesdienst?

    Normalerweise reicht für einen Gottesdienst das Gesangbuch aus, das in allen Kirchen ausliegt. Viele Paare möchten an ihrer Hochzeit jedoch ein besonders schönes "Programmblatt" haben – auch für Gäste, denen die Liturgie der Gemeinde fremd ist. Außerdem ist solch ein Blatt mit dem Ablauf des Gottesdienstes und den Liedern eine schöne Erinnerung an Ihre Trauung. Diese Liedblätter werden in der Regel nicht von der Kirchengemeinde gestellt. Sprechen Sie die Gestaltung mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin ab.

    Können wir den Zweck des Gottesdienstopfers bestimmen?

    Viele Gemeinden handhaben es so, dass die Verwendung des Gottesdienstopfers vom Brautpaar in Absprache mit dem Pfarramt festgelegt werden kann, allerdings nur für kirchliche Zwecke. Ihre Pfarrerin oder ihr Pfarrer kann Ihnen sicherlich verschiedene Spendenzwecke vorschlagen. Manche Gemeinden haben den Zweck des Gottesdienstopfers im Voraus bereits festgelegt. Erkunden Sie sich, was bei Ihnen üblich ist.

    Dürfen wir während des Gottesdienstes filmen und fotografieren?

    Wir verstehen Ihr Bedürfnis danach, sich auch später mithilfe der Bilder oder Filme gut an Ihre Trauung erinnern zu können. Diese Frage wird in jeder Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Auf jeden Fall sollten Sie vor Ihrem Traugottesdienst mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer darüber reden, wann das Fotografieren und Filmen möglich ist. Im Mittelpunkt soll stets der Gottesdienst stehen. Wo es erlaubt ist, sollte möglichst eine einzige Person das Filmen oder Fotografieren im Auftrag aller übernehmen, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Wenn das Fotografieren während des Gottesdienstes nicht erlaubt ist, besteht meist die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst Bilder zu machen. Oft ist man dann auch entspannter. Die meisten Pfarrerinnen und Pfarrer sind gern bereit, sich nach dem Gottesdienst noch einmal vor dem Altar (oder anderswo) mit Ihnen ablichten zu lassen. Meist werden diese Bilder sogar besser als die während des Gottesdienstes geschossenen: Ihre Aufregung ist weg, und Fotos können bei freier Sicht gemacht werden. Nach dem Gottesdienst kann selbstverständlich auch in der Kirche fotografiert werden.

    Dürfen wir Blumen streuen oder Reis werfen?

    Das hält jede Kirchengemeinde anders. Manchmal kommt es auf die Örtlichkeiten vor der Kirche an: Lassen sich Reis und Blumen dort problemlos wieder entfernen? Wird vielleicht der Marmorboden der Kirche durch die Blütenblätter verfärbt? Fragen Sie einfach im Traugespräch nach, wie man es in Ihrer Gemeinde handhabt.

    Wir möchten gern eine Traukerze.

    Sie können sich gern eine Traukerze besorgen, die während des Traugottesdienstes erstmalig entzündet wird. Auf der Traukerze kann z.B. Ihr Trauspruch stehen. Darüber können Sie im Traugespräch sprechen.

  • add Kosten

    Welche Kosten kommen auf uns zu?

    Wenn Sie sich in der Kirchengemeinde trauen lassen, zu der Sie oder Ihre Eltern gehören, bezahlen Sie für den Traugottesdienst nichts. Aber „Extras“ wie besondere Musikwünsche oder Blumenschmuck (beispielsweise an den Außenseiten der Kirchenbänke und auf dem Altar) sind in der Regel von Ihnen zu finanzieren und meist auch selbst zu organisieren. Sprechen Sie diese Dinge im Traugespräch an!

    Wenn Sie in einer anderen Kirche als in Ihrer Gemeindekirche oder der Kirche am Wohnort Ihrer Eltern getraut werden möchten, können für solche „Fremdtrauungen“ Gebühren anfallen. Das erfahren Sie beim Pfarramt am Ort Ihrer kirchlichen Trauung.

  • add Können wir auch einen Gottesdienst feiern, um unser Ehejubiläum zu feiern?

    Ja, es gibt kirchliche Formen, um ein solches Fest zu feiern. Das kann eine schöne und würdige Möglichkeit sein, an Ihre kirchliche Trauung zu erinnern. Fragen Sie Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin.