Perikopenrevision 2018

"Für Arbeit und Besinnung" - Die Zeitschrift für die Evangelische Landeskirche in Württemberg lässt in ihrer Ausgabe vom 1. Juni 2017 zwei Theologen zu Wort kommen, die an der Erarbeitung der neuen Perikopenordnung beteiligt sind. Lesen Sie hier:

Beitrag von KR Dr. Frank Zeeb:
"Mehr Vielfalt und Lebensweltbezug. Zum Stand der Perikopenrevision"

Beitrag von Prof. Bernhard Leube:
"Neue Lieder und Auswahl. Zum Stand der Wochenliedplanrevision

Predigthilfen zu neuen Perikopen auf www.stichwortp.de

Gut 100 Texte sind neu in die Perikopenordnung aufgenommen worden. Unter
www.stichwortp.de stehen die in der Erprobungszeit erarbeiteten Predigthilfen zu den neu aufgenommenen Bibeltexten zur Verfügung.
StichWORTP ist die Predigthilfe zum Erprobungsband der neuen Perikopenordnung (Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte) im Kirchenjahr 2014/15. 
StichWORTP ist ein Angebot des Zentrums für ev. Predigtkultur in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Perikopenrevision sowie den Reihen Lesepredigten, Gottesdienstpraxis, Pastoralblätter, Predigtstudien, Werkstatt für Liturgie und Predigt, Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext, feministisch predigen, Homiletische Monatshefte und Göttinger Predigtmeditationen.

Die neuen Perikopen der EKD

Im November 2017 hat die Synode der EKD eine revidierte Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder (OGTL) beschlossen. Sie soll ab dem ersten Advent 2018 gelten. Die im Amtsblatt der
VELKD veröffentlichte OGTL finden Sie hier:
http://www.velkd.de/publikationen/amtsblatt.php?publikation=473&kategorie=23

Hier finden Sie gebündelt die Texte der sechs Predigtjahrgänge:
http://www.velkd.de/downloads/OGTL_Predigtjahrgaenge%20I-VI._Sonn-%20und%20Feiertage_weitere.pdf

Die Liste der neuen Wochenlieder können Sie hier downloaden. 

Hier finden Sie den Textband und die Übersichten über die Neuordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder.

Spannend ist nun, ob bzw. inwiefern sich die Evang. Landeskirche in Württemberg anschließt. Lesen Sie hierzu das Statement von Kirchenrat Dr. Frank Zeeb, Theologischer Referent der Evang. Landeskirche in Württemberg, und den Bericht des Theologischen Ausschusses in der Sitzung der 15. Landessynode am 12. März 2016:  

KR Dr. Frank Zeeb am 27. November 2017 zur Perikopenrevision:

1. Zusammenhang

Die "Perikopenrevision" war 2010/11 von den kirchenleitenden Gremien von EKD, VELKD und UEK in die Wege geleitet worden. Ein Ausschuss (wesentlich bestehend aus den Vorsitzenden der liturgischen Ausschüsse und der Amtsleiter der beiden Kirchenbünde und dem Leitungsgremium der Liturgischen Konferenz der EKD) hat inzwischen einen Vorschlag erarbeitet, der sich an folgenden Kriterien orientiert:

  • maßvolle Revision (Zahl der Perikopenreihen bleibt, Orientierung an den so genannten "altkirchlichen Evangelien")
  • Erhöhung der Zahl alttestamentlicher Texte von 1/6 auf 1/3
  • "Durchmischung" der Reihen, so dass nicht mehr wie bislang ein Jahr lang hauptsächlich ein und dieselbe Textgruppe gepredigt wird
  • leichte Erhöhung der Anzahl der frauenspezifischen Texte
  • Erweiterung des Textspektrums auf bislang kaum vertretene Bücher und Textsorten
  • Stärkung der Einbindung des jeweiligen Sonntages in das Kirchenjahr und die Lebenswelt der Menschen
  • Konsonanz von Texten (an einem Sonntag soll die Gesamtheit der Texte einen "Klangraum" bilden).

Dieser Vorschlag (insgesamt rund 400 Seiten stark) wurde im November 2017 von EKD, UEK und VELKD beschlossen
(http://www.evangelisch.de/inhalte/146988/14-11-2017/perikopenrevision-ekd-synode-2017)
und wird von den meisten Landeskirchen wohl in dieser Weise umgesetzt. Damit verbinden sich auch

  • ein Vorschlag für die Wochenlieder.
  • die Veränderung der Zählung der Sonntage zwischen Epiphanias und dem Beginn der Passionszeit (es gibt einen 40tägigen Festkreis zwischen Christfest und Mariae Lichtmess).
  • die Einführung eines Referenzsystems für lebensweltliche Themen.
  • behutsame Abänderungen der Wochensprüche.

2. Relevanz für Württemberg

In Württemberg ist die Perikopenordnung durch ein Perikopengesetz aus dem Jahr 1979 geregelt. Die damalige Landessynode konnte sich nicht vollinhaltlich der damals EKD-weit beschlossenen Regelung anschließen und beschloss an etlichen Stellen Änderungen. Auch die anlässlich der Einführung des "Evangelischen Gottesdienstbuches" im EKD-Kontext 1999 vorgenommenen Änderungen wurden in Württemberg nicht übernommen, sodass unser Perikopengesetz an ca. 300 Stellen nicht mit dem der EKD übereinstimmt. Ferner haben wir eine eigene Marginalreihe sowie - aufgrund der besonderen altwürttembergischen Tradition - den Brauch, in verschiedenen Jahren in der Passionszeit die Passionsgeschichte nach Matthäus bzw. Johannes als Ganze fortlaufend zu predigen.

Das Perikopengesetz wird also vor der Einführung in Württemberg Thema und Gegenstand eines Gesetzgebungsverfahrens sein müssen. Es gibt drei Möglichkeiten:

  • das Perikopengesetz bleibt unverändert (weitgehende Abkopplung Württembergs von der EKD an dem Punkt)
  • Württemberg schließt sich vollinhaltlich der "Perikopenrevision" an (dann wird zu fragen sein, wie mit den württembergischen Besonderheiten umzugehen ist).
  • Württemberg schließt sich weitgehend der "Perikopenrevision" an (analog zum status quo), formuliert jedoch eigene Punkte, die dann Gesetzeskraft erlangen.

In den beiden letztgenannten Fällen wird das Perikopengesetz geändert werden müssen. Vor der Entscheidung der synodalen Gremien ist es noch nicht tunlich, über den Ausgang zu spekulieren. Diese Fragen sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2018 besprochen und entschieden werden, sodass - bei einer positiven Entscheidung - die nötigen Hilfsmittel zur Einführung zur Verfügung stehen.

Württembergische Landessynode zur Perikopenrevision

Bericht des Theologischen Ausschusses der Evang. Landessynode in Württemberg vom 12.03.2016 zur Perikopenrevision.

Bericht des Rechtsausschusses der Evang. Landessynode in Württemberg vom 5. Juli 2018 zur Einführung der neuen Perikopenordnung.

Bericht des Rechtsausschusses der Evang. Landessynode in Württemberg vom 5. Juli 2018
"Kirchliches Gesetz zur Änderung des Perikopengesetzes".