Wir begleiten Predigerinnen und Prediger auf dem Weg zu ihrer eigenen, glaubwürdigen und wirksamen Predigtsprache und einem authentischen, überzeugenden Predigtauftritt.

Kanzel Kreuzkirche Dresden - Foto: Dieter Kowalski

Was geschieht beim Predigtcoaching?
Dietrich Sagert vom Zentrum für evangelische Predigtkultur beschreibt dies so:

"In der praktischen Situation genügen oft ein kleiner Hinweis und ein wiederholtes Ausprobieren, um eine Veränderung in Gang zu setzen. Eigentlich weiß jede um ihre Schwäche, ahnt jeder den Grund für sein Unwohlsein. Es hat nur noch keiner oder schon lange keiner mehr liebevoll darauf hingewiesen. Es ergab sich nur noch nie die Gelegenheit, etwas anderes auszuprobieren. Diese Suchbewegungen gestalten sich in aller Regel vergnüglich. Es geht darum, herauszufinden, was zu wem und in welche Situation passt und was angemessen erscheint. Oft erleichtert allein der Gedanke, dass man in verschiedenen Situationen unterschiedliche Mittel zur Verfügung hat. Es könnten unterschiedliche Register dessen, was man Predigt nennt, beschrieben werden, in denen man je nach Typ unterschiedlich agieren kann. Jede einzelne Form -
die klassische Festpredigt von der Kanzel;
die freie Kurzpredigt mit dem einen Gedanken, den man auswendig behalten kann, nah bei den Menschen, ohne Manuskript;
die Predigt vom Pult mit einem freien Erzählteil, währenddessen man das Pult verlässt, um zum Schluss wieder zurück ans Pult zu kommen;
die Textpredigt, während der ein Bibelabschnitt direkt aus der Bibel vorgelesen wird, vielleicht sogar von einem Gemeindeglied;
die Predigt mit Unterbrechungen durch Musik oder Stille; etc.
- kann geübt und je nach Person profiliert werden, weitere können erfunden werden.

In der praktischen Übung eröffnet sich ein intensives Arbeits- und Gestaltungsfeld. Schon eine positive Erfahrung von Veränderung ermutigt zur Weiterarbeit, denn oft sind es die kleinen, unscheinbaren Gestaltungsmittel, die eine Rede näher an die Person des Redenden herankommen lassen und somit auch an diejenigen, die zuhören."

aus: Dietrich Sagert, Von Hörensagen. Eine kleine Rhetorik, Leipzig 2014, 19-20.